25. Juli 2017

Glücklich SEIN – Wie geht das?

Wenn ich mich nun glücklich sein möchte, stellt sich zunächst die Frage was ich eigentlich meine. Was ist Glück? Und was beduetet es glücklich zu sein?

Maurice Barres (1862 – 1923), ein französischer Schriftsteller definierte die Idee des Glücks wie folgt:

„Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen dieses Lebens annimmt.“

Diese Definition finde ich sehr passend und treffend!

Glück erfordert die mutige Bereitschaft glücklich zu sein. Glück erfordert den Mut sich das Glücklich Sein zu erlauben. Glück ist kein Zustand, der in der Zukunft erreicht werden kann. Glück ist immer da, es muss nur mutig gelebt werden. Glücklich kann ich nicht werden. Glücklich kann ich nur sein. Jetzt.

Wenn wir nun also die Bedingungen des Lebens annehmen und gerade diesen Text schreiben oder lesen, dann lass uns mit diesen Zeilen gemeinsam glücklich sein. Egal was im Außen gerade los ist. Egal wie schrecklich das Leben gerade ist. Komm, ich erlaube es uns gemeinsam, in diesem Moment, glücklich zu sein.

Atme tief ein, lehn dich zurück und entspann dich. Atme tief ein und lass den Moment auf dich wirken. Was siehst du? Was fühlst du? Was riechst du? Wie fühlen sich deine Hände an? Stehen deine Füße fest auf dem Boden? Sitzt du bequem? Was macht dein Gesicht? Kannst du die Mundwinkel vielleicht ein bisschen nach oben ziehen? Atme nochmal tief ein. Tief bis in den Bauch. Füll mit deinem Atmen deinen ganzen Körper aus. Spürst du beim Ausatmen die Luft aus deiner Nase? Du bist genug! Du darfst glücklich sein! Jetzt. Ich erlaube es dir genau jetzt glücklich zu sein.

Bist du mutig genug es dir auch zu erlauben?

Schaffst du es trotz aller Anstrengungen, die dein Leben bereithält genau jetzt mit mir glücklich zu sein? Glück zu empfinden? Innerlich zu lachen, zu strahlen? Ich hoffe, dass ich dir mit dieser kleinen Übung ein bisschen näher bringen konnte, was ich unter Glücklich-Sein verstehe.

Glück hat etwas mit Mut zu tun, mit Willensstärke und lässt sich erreichen, in dem wir die gegebenen Verhältnisse aus der Realität annehmen. Glück als Perspektive auf das eigene Leben also. Glück als etwas andauerndes, als Lebenseinstellung. Glück als ein Zustand, den ich jetzt sofort leben kann, wenn ich mutig bin und will!

Ich stelle mir diese Frage, da ich lange Zeit glaubte nicht schlank genug zu sein, um glücklich zu sein. Ich habe mir das glücklich sein verboten. Ich war nicht genug, ich durfte nicht glücklich sein. Das ist es was mir meine Gedanken versucht haben einzureden.


Was macht mich eigentlich glücklich?

Besonders glücklich fühle ich mich in Momenten der Freiheit. Der Leichtigkeit und der Unbeschwertheit. Oft sind diese Momente etwas dumm vielleicht.. Nackt ein Rad auf der nassen Wiese schlagen. Laut pupsen, hoch oben am Gipfelkreuz. An Heiligabend in einen eiskalten See springen und Weihnachten für „ins Wasser gefallen“ erklären. Spontan sein. Nicht alles zerdenken. Mit Anlauf auf dem Bauch über den glatten Wohnzimmerboden rutschen – einfach weils Spaß macht. Die Augen schließen und aus dem Chaos des Alltags ausbrechen. Ich sein.

Glückliche Freiheit ist mutige Freiheit. Angstfreiheit. Keine Angst davor haben, was andere von mir denken. Keine Angst davor haben, was ich über mich denke. Keine Angst vor Gedanken, vor Bewertungen, vor Likes oder Dislikes. Ich selbst sein dürfen und mich nicht verstellen müssen. Diese Freiheit führt zu einer inneren Gelassenheit und das ist meine Definition von Glück. Eine Freiheit vom Ego! Die Freiheit, vor mir selbst ich sein zu dürfen – das macht mich glücklich.

Ich bin glücklich wenn ich mir erlaube mich für mich selbst zu interessieren, mir selbst zu gefallen. So wie ich bin. Jetzt! Nicht erst wenn ich ein bestimmtes Ziel erreicht habe!


Der Duden definiert den Begriff des Glücks so:

„Das personifiziert gedachte Glück; angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“.

Diese Definition finde ich sehr unglücklich und unbefriedigend. Leider ist das jedoch die Definition, die ich selbst auch lange Zeit über das Glück hatte. Glück als der kurzweilige Moment, nachdem man etwas erreicht hat: Endlich 10kg abgenommen, endlich einen geilen Job, endlich den Schulabschluss geschafft, endlich ein Auto, endlich 1000 Likes bei Instagram, endlich passt mir Größe S, endlich bekomme ich Aufmerksamkeit von meiner Mutter, endlich hat sich jemand in mich verliebt, endlich bekomme ich das Gehalt, das ich mir gewünscht habe, endlich beiße ich in den Käsekuchen, auf den ich mich schon den ganzen Tag gefreut habe.

Ja, genau! Und das alles hat eins gemeinsam! Das Glück ist nach dieser Definition ENDLICH!

Es handelt sich nur um kurze Momente! Danach will der Kopf nur eins – MEHR!

Noch 3kg mehr abnehmen. Einen besseren Job – vielleicht eine höhere Position mit mehr Verantwortung. Einen Bulli oder ein größeres Auto eben. 1000 Follower mehr auf Instagram. Größe XS statt S. Positive und andauernde Aufmerksamkeit von der Mutter. Jemand Cooleres, der sich in mich verliebt. Mehr Gehalt. Mehr Geld. Mehr Kuchen. Mehr Genuss…

Diese Glücksdefinition macht größtenteils unglücklicmanh! Die kurzen Momente des Glücks, in denen  sein Ziel dann endlich erreicht hat (wenn das überhaupt klappt), werden immer wieder abgelöst von ewig langen Durststrecken des Unglücklich-Seins, in denen man auf den nächsten kurzen erfüllten Moment wartet. So ein Mist!

Angefeuert wird dieses Unglücklich-Sein besonders durch den Vergleich. Vergleich mit anderen, mit denen die mehr haben, die hübscher sind, die besser sind, die mehr ausstrahlen, die klüger sind, die jünger sind, die sportlicher sind…

Das Schlimme? Die Besseren wird es immer geben! Wer Glück in der Zukunft sucht wird nie in den Genuss der anhaltenden Glückseligkeit kommen!


Meine Gedanken formten lange Zeit ein einfaches, teuflisches Gleichnis:

Schlank sein = glücklich sein

Wer schlank ist hat sich im Griff, hat sein Leben im Griff, ist glücklich, erfolgreich, geliebt und hat alles erreicht. So wie es die ganzen glücklichen Gesichter der Models auf Instagram, aus der Werbung und in den Zeitschriften zeigen.

Natürlich klingt das naiv und blind. Aber dieses Gleichnis war eine hartnäckige gedankliche Struktur in meinem Kopf. Eine Gedankenstruktur, die alles macht, nur leider nicht glücklich. Ein Gedanke, der mich in den Vergleich zieht und mich traurig, frustriert, angsterfüllt und enttäuscht macht.

Fragen die ich mit diesem Blog also versuche zu beantworten sind:

Was macht mich weniger unglücklich? Wie lebe ich den Moment des Glücks und der inneren Zufriedenheit immer öfter? Wie vermeide ich Denkmuster, die mich traurig machen, die mir Angst machen? Wie finde ich inneren Frieden? Wie schaffe ich es im Alltag in Fülle zu leben? Genug zu sein? Auszureichen? Wie schaffe ich es mit mir glücklich zu sein? Wie kann ich den Hunger nach mehr endlich stillen?

Mein neues Gleichnis lautet übrigens:

Glücklich sein = Sein, Leben, Lieben


Was bedeutet für dich Glück? Wie würdest du Glück definieren?

Was ist dein persönliches Glück und hast du vielleicht Tipps zum Glücklich-Sein?

Schreib mir!

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