Eifersucht abstellen

In diesem Brief geht es darum Eifersucht zu erkennen, anzunehmen und anschließend loszulassen. Wie kann ich Eifersucht abstellen? Was fühle ich, wenn ich eifersüchtig bin und wie kann ich dieses Gefühl abstellen?

Im Anschluss an den Brief habe ich die 8 Schritte zusammengefasst, die ich genutzt habe, um das Gefühl loszulassen.


Liebe Freundin,

in diesem Brief möchte ich Dir in einem ersten Teil gerne sagen, was ich so sehr an unserer Beziehung mag und mich gleichzeitig dafür bedanken, dass Du so eine wunderbare Freundin für mich bist. In dem zweiten Teil des Briefes möchte ich meine Gedanken zu dem Gefühl der Eifersucht mit dir teilen, weil ich denke dass Du mich und vielleicht ja sogar auch Dich selbst danach besser verstehst.

Jetzt zu schreiben, dass Du coole Hobbys, schöne Haare und einen hübschen Po hast halte ich für Quatsch. Das ist Dir auch ohne diesen Brief bewusst. Viel mehr möchte ich jetzt aber die Unbeschwertheit, Leichtigkeit und den Glauben daran, alles zu können in den Vordergrund stellen. Das Empfinden, das alles richtig ist. Das Gefühl genau da zu sein wo ich sein möchte und genau das zu tun, was ich tun möchte. Das Flow- Gefühl. Der Es-geht-Gedanke. All diese Gefühle kann ich mit Dir unglaublich gut erleben und genießen. Und dafür bin ich Dir so wahnsinnig dankbar! Das ist was ich an unserer Freundschaft so sehr schätze.

Ich habe jedoch viel nachgedacht und reflektiert, weil ich trotzdem manchmal unglücklich in Deiner Nähe war. Ich fühlte mich traurig und wusste einfach nicht warum. Dieses Gefühl machte mir Angst. Aus diesem Grund habe es mir zur Aufgabe gemacht, dieses unangenehme negative Gefühl näher zu beleuchten. Warum war es da und wie konnte ich es loslassen?

Bei meiner Selbsterkundung habe ich erschreckend festgestellt, dass es sich bei dem unwohlen Gefühl in mir, um Eifersucht handelt. Es ist die Sorge, dass du mit anderen Freunden mehr Spaß hast als mit mir. Angst davor, dass Du die Zeit lieber mit den anderen verbringst. Dass ich Dir egal werde. Panik, dass ich Dir als Freundin nicht genüge. Ich habe Angst, den Anschluss zu verlieren. Es ist die Angst, nicht auszureichen.

Während der Reflektion dieses Angstgefühls, ist mir erschreckend aufgefallen, dass diese Eifersucht von mir auf meine Freunde, in meinem Lebenslauf, leider kein Einzelfall ist. Wenn ich ehrlich zu mir bin, dann zieht sich diese Angst wie ein roter Faden durch meine Vergangenheit. Angefangen in der Grundschule, bis zur Ausbildung und auch jetzt im Studium noch. Ich mag dieses Gefühl gar nicht an mir. Ich habe mich dafür geschämt und lange Zeit versucht es zu überdecken. Habe sogar versucht, mir dieses Gefühl auszureden. Egal was ich gemacht und versucht habe, es kam ständig und immer häufiger zu mir zurück. Ich musste einsehen – verdrängen funktionierte nicht!

Dieser Brief ist jetzt der Versuch dem Gefühl der Eifersucht mit Verständnis zu begegnen. Ohne Vorwürfe und ohne Scharm. Ich bin wie ich bin und ich darf fühlen, was ich fühle. Aber ich kann auch an mir arbeiten! Die Erkenntnis, dass ich Eifersucht spüre und aus diesem Grund Freundinnen als Konkurrentinnen wahrgenommen habe, hat hier eine neue Baustelle für mich eröffnet! Ich bin bereit das Gefühl, das ich in mir erkannt habe, anzunehmen und gleichzeitig bin ich bereit, an mir als Freundin zu arbeiten!

Was auf jeden Fall an dieser Stelle schon deutlich wird ist, dass mein Gefühl der Eifersucht, nichts mit Dir oder Deinem Verhalten zu tun hat, sondern ein Problem ist, das aus meinem Innersten kommt! Ich frage mich aber – Warum habe ich dieses Gefühl?

Ich bin davon überzeugt: Die Eifersucht in mir entsteht, weil ich meinen eigenen Selbstwert in Frage stelle. Ich bin mir meiner Selbst und meinem unglaublichen Wert in den Situationen der Eifersucht nicht bewusst. In dem Moment nämlich, in dem ich annehme, dass Du andere gegenüber mir bevorzugst, rede ich mich selbst klein. Mache mich schlecht und bekomme negative, angsterfüllte Gedanken.

Wenn ich anderen zugestehe, dass Du sie lieber magst als mich, dann ist die einzig mögliche Schlussfolgerung dieses Gedankens, dass ich weniger liebenswert bin. Das ist die Lüge, die meine Gedanken mir dann erzählen. Meine Gedanken versuchen mir weiß zu machen, dass ich nicht liebenswert bin.

Um die Absurdität dieses Wertesystems darzustellen könnte ich mich theoretisch ja genauso gut in Relation zu den Personen stellen, die du nicht leiden kannst. In diesem neuen Vergleich, aus einer anderen Perspektive, könnte ich meinen eigenen Wert total anheben. Im Vergleich mit Personen, die du unsympathisch findest bin ich die liebenswerteste Person, die es gibt. Natürlich ergibt das keinen Sinn, aber die andere Perspektive wählt das gleiche unsinnige Gedankensystem.

Erfolg und Niederlage sind zwei Prozesse, die an gedankliche Wertsysteme geknüpft sind. Erfolg und Niederlage machen mich abhängig. Abhängig von anderen und abhängig von frei definierten Wertesystemen meiner Gedanken. Abhängig von einer Richterskala des subjektiven Wahnsinns.

Wenn ich also versuche beidem – Erfolg und Niederlage – nicht so einen hohen Wert beizumessen, dann mache ich mich auch unabhängiger von anderen. Unabhängiger von Wertungen, Zweifeln und auch von Überheblichkeit. Ich sehe meine Freiheit darin, mich weder zu kritisieren, wenn ich am Boden bin, noch mich überschwänglich zu feiern und andere in den Schatten zu stellen, wenn ich ganz oben bin! Ich möchte Freiheit von diesen Wertesystemen, also will ich sie ablegen.

Glück bedeutet das Annehmen des Moments. Ihn voll auszuleben. Egal wo ich mich gerade auf meiner Werteskala befinde. Ich bin ich. Das ist gut und das muss ich nicht in Frage stellen! Und wir sind wir. Freundinnen, die sich lieben und gut tun. Für diese Wahrheit brauche ich keinen Vergleich, kein Wertesystem!

Was aber macht unsere Freundschaft so besonders? Warum muss ich keine Angst haben, dass Du mich als Freundin ablehnst? Warum kommen wir häufig in so einen Flow, wenn wir zusammen sind? Warum erleben wir das nicht mit jedem anderen genauso? Und warum war unser Flow durch die Eifersucht gestört und was hat diese spürbare Distanz zwischen uns erzeugt?

Ganz offensichtlich teilen wir schon mal ähnliche Hobbys und Interessen, das hilft bei unserer Freizeitgestaltung. Ebenso haben wir oft ähnliche Ansichten und zeigen Verständnis und Respekt für die Gedanken des anderen. Das ist aber trotzdem nicht alles. Ich glaube, es gibt eine Geheimzutat in Beziehungen. Auch mit unterschiedlichen Hobbys, Ansichten und Interessen kann man Flow-Erfahrungen teilen!

Ich glaube Freundschaft und Partnerschaft gründen auf einer gemeinsamen Gefühlsebene! Wir sind auf einem Nenner, surfen auf der gleichen Welle. Solange wir gemeinsam Spaß haben und uns zum Lachen bringen leben wir sogar auf einer sehr geilen und hohen Welle! Gefühlt surfen wir während unseres gemeinsamen Flow-Erlebnisses die höchste und beeindruckendste Welle, die ich mir vorstellen kann!

In den Momenten meiner Eifersucht passiert es dann, dass ich stürze und auf einer anderen, viel kleineren Welle weiter reite. Du hingegen bleibst einfach oben, bleibst zufrieden und glücklich. Ich kann Dich kaum noch erreichen und unsere Kommunikation ist in dem peitschenden Rauschen des Meeres gestört.

Ich entschuldige mich aufrichtig bei Dir, für die Momente, in denen ich in meiner Verzweiflung versucht habe Dich von Deinem Surfbrett positiver Emotionen und Gefühle runter, mit mir gemeinsam in die Tiefe zu reißen. Ich entschuldige mich, denn ich habe es nicht besser gewusst. Es tut mir aufrichtig Leid für die Momente, in denen ich Dich als Konkurrentin und nicht als Freundin wahrgenommen habe. Sinn einer Freundschaft ist es sich gut zu tun, zu lachen, zu lieben, zu leben und das Leben zu genießen. Viel mehr hätte ich einen Sturz als diesen wahrnehmen sollen. Hätte mir eingestehen müssen, dass ich gefallen bin, denn dann wäre ich bereit gewesen Deine Hilfe, deinen ausgestreckten Arm zu erkennen und ihn anzunehmen. Mit Deiner Hilfe hätte ich es wieder nach oben geschafft. Denn ich bin überzeugt, dass es für jeden der bereit ist Hilfe anzunehmen, hohe Wellen und Flow-Gefühle im Überschuss gibt!

Genauso möchte ich mich jedoch auch aufrichtig für die Momente entschuldigen, in denen ich vorübergehend die höhere Welle gesurft bin und Dir nicht meine Hand angeboten habe! Ich hatte Angst, Du würdest mich mit in die Tiefe reißen. Hatte Angst von Dir ausgebremst zu werden. Es tut mir von ganzem Herzen Leid und ich hoffe du verzeihst mir!

Heute erst habe ich den Mut gefunden aufmerksam hinzuschauen. Heute erst habe ich mich getraut, die Augen für das scharmbesetzte Gefühl der Eifersucht zu öffnen. Jetzt erst habe ich es geschafft mein Licht auf die Eifersucht zu leuchten. In diesem Moment erst habe ich in diesem Licht erkannt, wer ich nicht bin. Und JETZT erst habe ich erkannt, wer ich bin! Die Kraft der Liebe ist unendlich! Stärker als jede Angst.

Es gibt keinen Grund für Eifersucht, denn wir können an ihrer Stelle immer Liebe wählen. Ich liebe dich von ganzem Herzen!

Als Fazit für die Zukunft möchte ich festhalten, dass Freundschaften, Partnerschaften und Beziehungen aller Art nicht funktionieren, wenn einer der Beteiligten einen Konkurrenzgedanken damit verknüpft. Es ist viel wichtiger in Liebe zu handeln und so die ganzen Möglichkeiten und die Weiten von der Beziehung auszuschöpfen.

Das Glück des anderen ist dabei die Reflexion des eigenen Glücks. Ein Spiegel, der das Leben erfüllt und bereichert! Wenn Du glücklich bist, wenn alle Menschen glücklich sind, dann bin ich es auch!

Ich wünsche mir für unsere Freundschaft auf jeden Fall noch einige Höhepunkte und Flow-Effekte und würde mich freuen, wenn wir es gemeinsam schaffen noch mehr Leute in den Flow zu ziehen und denen da draußen zeigen, wie schön das Leben ist. Komm wir stecken alle an und schalten eine Gefühlsebene nach oben!

Danke, dass Du mir den Raum und den Mut gegeben hast, das negative Gefühle der Eifersucht bewusst unter die Lupe zu nehmen! Dank diesem Raum hatte ich die Möglichkeit zu erkennen, dass ich nicht das Resultat dieser wahnsinnigen gedanklichen Wertesysteme bin! Erfolg und Misserfolg sind für immer subjektiv und von Gedanken frei erfunden. Das ist eine Lüge meines eigenen, erdachten Wahnsinns. Wir sind grenzenlos liebenswert, wertvoll und wunderbar. Jeder Eifersuchtsgedanke greift nur unsere Unverletzlichkeit und Liebe an.

Ich liebe Dich von ganzem Herzen,

deine Jana ♥


Eifersucht abstellen – So geht’s in 8 Schritten


  1. Gefühl erkennen und wahrnehmen!
  2. Tief durchatmen.
  3. Eigenen Wert anerkennen und wahrnehmen! Du bist so unglaublich liebenswert, das kannst Du in keinem Vergleich herausstellen! Jeder Eifersuchtsgedanke ist lediglich ein Angriff an deine Unverletzlichkeit und Vollkommenheit!
  4. Akzeptiere das Gefühl der Eifersucht. Es ist voll ok, dass es da ist! Du darfst das fühlen!Du darfst auch traurig sein. Lass es zu.
  5. Atme nochmal tief, bis runter in den Bauch ein.Konzentriere dich auf diese Atmung. (Vertraue mir! Das ist wichtig!)
  6. Überlege welche Möglichkeiten du hast. Wie kannst du handeln? Was könnten mögliche Lösungen sein?
  7. Falls dir auf Anhieb keine Lösung einfällt, dann nochmal tief durchatmen. Gehe nochmal in das Eifersuchtsgefühl hinein. Ich bin sicher, genau da ist die Lösung versteckt. Sei mutig und verlasse die Komfortzone! Geh in die Angst und staune.
  8. Schau dich genau um und dann lass die Eifersucht los.

Mein Buchtipp an dieser Stelle

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Bist du neugierig geworden? Hier erfährst du, warum ich Ansgt vor der Macht der Wut habe und was passiert ist als ich sie zugelassen habe.

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2 thoughts on “Eifersucht abstellen

    • Hey liebe Lisa,

      es freut mich riesig, dass dir der Brief gefällt! Wenn du dich für mehr Inhalte interessierst, dann melde dich doch für den Newsletter an und du bekommst meine Lieblingsgeschichte als Pdf. In „Der Gedankendetektiv – Rückfälle verstehen“ schreibe ich nicht nur darüber wie sich eine Bulimie anfühlt, sondern ich zeige auch meinen Weg aus ihr heraus auf. Warum habe ich so lange an der Bulimie festgehalten? Aus Angst vor der dunklen Leere in mir! Jetzt war ich mutig genug und bin gerade aus rein in die Angst gegangen! Mit der Anmeldung an den Newsletter erfährst du, was mich in der dunkelsten Tiefe meiner Selbst erwartet hat. Ich würde mich über dein Feedback sehr freuen!

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