Ego vs. ICH

In der Portion Präsenz, die ich heute veröffentliche hab ich mutig in die Ohnmacht und Handlungsfähigkeit hineingefühlt, habe Angst zugelassen und was passiert ist ist verrückt! Ego vs. ICH ist ein Gedicht, in dem dem die Angst des Stolzes mit dem Sein konkurriert.

Ich mag das Gedicht und seine Essenz sehr, sodass ich es spontan bei meinem ersten Poetry Slam Auftritt. Im Cuba Nova in Münster, vorgetragen habe – Aufregung pur! Teile gerne deine Meinung zu diesem Gedicht mit mir über mein Kontaktformular auf der Startseite!


Ego vs. ICH


Weiß nicht, ob es passt, hier in dieses Format.

Aber ist jetzt auch egal, weil ich heut etwas Neues verrat.

Gestern war so ein Tag, ein Tag, der nichts Gutes vermag.

Fühlte mich komisch, hypnotisiert und tat eben genau das was ich unter Gedanken hypnotisierender Gedankenhypnose tat:

Ich war einkaufen im Laden,

schlang Schokolade, Schinken, Schaschlik, Champignons und Schlagsahne schlimmer noch wie Schwangere in den dann schon schweren Magen.

Anschließend ging der gesamte Inhalt in der scheiß Kloschüssel baden.

Heute weiß ich, es war ein Ausdruck von Ohnmacht und ich fühlte mich leer.

Um ehrlich zu sein fühlte ich gar nicht mehr.

Versuchte Macht zu gewinnen über die Ohnmacht der Krankheit,

Versuchte Leere zu füllen mit Fressen trotz Traumgedanken von Schlankheit,

Versuchte Sorgen und Ängste zu bekämpfen, Gefühle zu verdrängen,

Doch was ich bekam waren Gefühle, wegen denen ich über der Kloschüssel hänge.

Das ist das Problem und gestern wurde es mir klar.

Klar, da war Leere in mir, deswegen war auch die Bulimie wieder da.

Ein Glück ist Bulimie nur noch ein seltener Gast.

Eine Dunkelheit, die Lebensfreude in ihrer Farbe verblasst.

Eine Ohnmacht der Gefühle, schwer ihre Last.

Nach dem Augenblick der Ohnmacht, der Ohnmacht im Bad,

hab ich dieses Mal jedoch reflektiert, über das was ich tat:

Warum flüchte ich in Ohnmacht, kann nicht reagieren nichts ändern?

Jetzt ist mir klar: Weil unbewusste Ego-Gedanken mein Bewusstsein ablenken.

Nichts ist mehr gut, alles ist schwer. Grund ist mein Ego,

macht alles getrennt, einsam, bedrohlich, furchtbar, verzerrt, verängstigt, gefährlich.

Bevor ich das zulasse fühl ich mich lieber ohnmächtig und leer.

Unbewusst will das Ego in den Kampf ziehen, das macht echt Angst.

Unbewusst will das Ego dass ich die Beste bin. Unmöglich. Macht nur, dass ich weiter erkrank.

Unbewusstes Egodenken ist schäusslich, bringt Gedanken voll Wahn.

Unbewusstes Egodenken ist fies, bringt Ohnmacht, Sorge und Scham.

Ego regiert – wie hat es das nur geschafft?

Ego fesselt Gedanken – formt sie in Gefahr – übernimmt so heimlich die Macht.

Vergleicht mich mit anderen, vergleicht Körper und Form.

Ego bringt still und leise Getrenntheit, Scharm, Sorge und Zorn.

Frust bringt es mit, denn heimlich weiß ich, ich könnt ja schlanker sein.

Das Essen, die Kalorien, den Zucker, das stopfe ich ja selbst alles rein.

Ego bringt unbemerkt Schuld, Unglück und Pech.

Unglück voll Schmerz, das über dem Klo dann erbricht.

STOPP! Mal sag ich jetzt meinem Verstand!

Denn wer hat denn jetzt gerade das Ego erkannt?

STOPP! Mal schau richtig hin.

Das ist das Ego, du verlierst dich darin.

STOPP! Mal Süße! Atme tief ein.

In Ruhe und Stille ist Lösung. In mir bin ICH. In mir ist das Sein.

Ich schaue in den Spiegel, sehe liebevoll wer da ist.

Ein trauriges Mädchen blickt mir fragend ins Gesicht.

Denn Denken formt ihre Gefühle, das hab ICH nun erkannt.

Ego-Denken ist der Grund, dass das Mädchen erkrankt.

Warum diese Ohnmacht? Wo ist das Licht?

Bin mutig. Blicke in das Schwarz. Blicke hinter die Fassade der Ohnmacht, die Ohnmacht ist weg.

Was ich jetzt mutig sehe sind Gefühle. Fühle mich frustriert, ängstlich, wütend und schlecht.

Fühle jetzt keine Leere, fühle jetzt keine Ohnmacht. Nein, ich fühle jetzt die Gefühle in echt.

Lasse Gefühle zu, lasse Gefühle kommen, versuch nichts zu unterdrücken.

Weiß ich bin stärker, Bin mutig, Bin präsent hier und jetzt. Streichle dem Mädchen im Spiegel tröstend den Rücken.

Tröste mich selbst. Bin liebevoll und warm.

Tröste mich selbst. Halte das Mädchen im Arm.

Ein Moment der Ruhe. Ein Moment nur im Ich.

Ein Moment der Präsenz. Bin voll Farbe und Licht.

Mut bringe ich auf. Blicke hinter die Ohnmacht der Krankheit.

Mut verwandelt die Strukturen des Egos in Fülle und innere Gelassenheit.

Muss plötzlich laut lachen. Laut aus der Brust.

Gleichzeitig heule ich, raus kommt mein Frust.

Bin frei von der Angst, lache laut über mich.

Lache über die Angst, denn ich bin viel mehr als Form und Gewicht.

Jetzt, wo ich endlich hinsehe wird es mir klar.

Ich bin. Ich bin. Ich bin.

Viel stärker als mein Ego, seine Ängste, Gedanken und Qualen.

Ich bin der Moment. Jetzt hier ganz präsent.

Ich bin das Licht und von meinen Gedanken getrennt.

Ich bin eins mit der Welt, Bin voll Fülle und Licht.

Ich bin nicht weiter allein, lache meinem Ego strahlend ins Gesicht.

Das tut richtig gut bin dankbar und frei.

Leuchte so hell, liebe den Körper, bin Licht und Schein.


(Jana Grote, 23.06.2017)

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