Ein Dialog zum Wundern

Heute präsentiere ich stolz eine leuchtende Portion Präsenz! Getreu dem Motto „Du kannst die Welt so sehen als wäre alles ein Wunder oder als wäre nichts ein Wunder“, habe ich heute einen kleinen Dialog zum Wundern, zwischen dem Ego und dem Licht. Denn du entscheidest selbst, wie du die Welt siehst! Unterhalb des Dialogs habe ich ein paar Tipps, wie du dich in der Praxis mehr für den Moment begeistern kannst.

Schön dass es dich gibt!


Ein Dialog zum Wundern


„Oh wow! Krass! Was ist denn Das?“, denkt ein Teil in mir erstaunt und ich schaue genauer hin: „Wahnsinn, wie das leuchtet. So wunderschön. Es ist so zart, so filigran. Ist so leicht, wiegt fast nichts. Es ist so unglaublich leuchtend…“

„Mensch was machst du denn da? Das ist nichts weiter als ein Blatt. Ein stink normales altes, dreckiges Laubblatt. So wie die ganzen 100.000 anderen Blätter, die hier auf der Straße liegen, die alles rutschig und glatt machen und dich beim Laufen hindern. Das kennst du schon! Das ist nicht beeindruckend! Das ist nichts Neues! Dafür gibt es schon längst einen  Namen und so ein Blatt, das hat schon jedes Kind gesehen! Es heißt Blatt. Blatt. Blatt. Blatt. Und die liegen hier überall zu Hauf. Willst du jetzt bei jedem anhalten und staunen? Und dieses Blatt ist auch noch schmutzig, dreckig und tot. Tu nicht so, als hättest du eine große, neue Entdeckung gemacht! Das ist was für Kleinkinder und die sind dann immerhin süß dabei.“, meckert eine andere Stimme in mir.

Ok, das hat gesessen. Ich lasse das Blatt fallen und laufe weiter…

„Oh wow! Krass! Was ist denn das?“, denkt ein Teil in mir fasziniert und ich schaue genauer hin. „Wahnsinn, wie das leuchtet. So wunderschön. Es ist so groß und fühlt sich so rau, aber gleichzeitig auch warm und natürlich an. Es ist so unglaublich leuchtend…“

„Hallo! Aufwachen! Was machst du schon wieder?“, werde ich unsanft von der anderen Stimme aus meiner Faszination gerissen: „Das ist bloß ein Baum,  nicht mal ein besonders Schöner! Du drückst dich vor der Arbeit! Wie immer! Du kannst nichts, bist faul und willst es scheinbar auch bleiben! Beweg jetzt deinen Hintern und lauf in Richtung Strandfigur. Vergiss nicht die Verabredung mit Lisa. Du kommst wie immer zu spät! Auf dich ist kein Verlass.“

Ok, das hat gesessen. Ich senke meinen Blick und laufe weiter…

„Oh wow! Krass! Was ist denn das?“, denkt ein Teil in mir beeindruckt und ich schaue genauer hin. „Wahnsinn, wie das leuchtet. So wunderschön. Es ist so knisternd und es fliegt, wie vom Wind getragen. Es ist so unglaublich leuchtend…“

Nicht lange bleibe ich in dieser Faszination, eine mittlerweile richtig genervte, ernste Stimme erinnert mich an den eigentlichen Grund für mein Sein hier im Park: „Hör auf zu labern und lauf! Du bist hier nicht zum Spaß! Schau mal an dir herunter! So wird das nichts mit der Bikinifigur! Du sollst laufen, trainieren und lieber mal überlegen was du später noch essen willst. Stattdessen benimmst du dich hier wie ein zweijähriges Kind auf Entdeckertour. Das ist nur eine Plastiktüte, die irgendein Idiot nicht richtig weggeworfen hat. Lauf weiter und mach.“

Ok, das hat gesessen. Ich hebe die Tüte auf, schmeiße sie weg und laufe weiter…

„Oh wow! Krass! Was ist denn das?“, denkt ein Teil in mir spielerischer Leichtigkeit und ich schaue genauer hin. „Wahnsinn, wie das leuchtet. So wunderschön. Es ist so zart und strahlt mit so einer Energie. Es ist so unglaublich leuchtend…“

„Hallo?! Spinnst du jetzt völlig? Das ist vermutlich eine Studentin. Und sie hat eine Figur, von der du nur träumen kannst! Schön zart und schlank. Aber du trottest hier nur in deinem langsamen Lauftempo vor dich hin und verlierst dich im Stauenen. Du kannst gar nichts und so wirst du auch nie was erreichen!“, schnauzt die laute Stimme in meinem Kopf. „Schau mal wie gut sie aussieht und dann schau mal dich an. Du bist so schwabbelig, dass deine Oberschenkel beim Laufen schubbeln. Du bist echt aus der Form gekommen. Sei nicht länger so faul. Du kannst mehr. Du kannst besser sein, schneller sein, schlanker sein, gewinnen.“

Ok, das hat gesessen. Ich vergleiche mich mit dem Mädchen, werde traurig, fühle mich schwer, einsam und unwürdig und laufe weiter…

„Oh wow! Krass! Was ist denn das?“, denkt ein Teil in mir voller sturem Frohsinn und ich fühle genauer nach. „Wahnsinn, wie ich renne. So wunderschön. Es ist so leicht, so schnell und ich bin voller Energie. Ich bin so unglaublich leuchtend…“

„Na endlich bewegst du deinen fetten Hintern mal in einem vernünftigen Lauftempo über die Straße.“ Sagt die dunkle Stimme fast schon lobend: „Das Tempo kannst du sicher noch verbessern, wenn du mal ein paar Sprints einbaust. Werde bloß nicht langsamer. Am besten isst du gleich nur einen Salat, dann nimmst heute vielleicht sogar was ab. Am besten du läufst jetzt jeden Morgen so eine schnelle Runde, dann kannst du vielleicht auch irgendwann mal einen Marathon laufen. Aber das schaffst du vermutlich eh nicht, wie ich dich kenne. Vorher gibst du auf. So wie immer. Du ziehst nichts durch. Versuch doch mal von jetzt an immer so schnell zu laufen, selbst das wird dir nicht gelingen. Naja, das Ziel ist gesetzt, besser werden!“

Ok, das hat gesessen. Ich habe das Gefühl, dass ich eh nichts erreichen kann, werde langsamer und laufe niedergeschlagen weiter…

„Oh wow! Krass! Was ist denn das?“, denkt ein Teil in mir mit kindlichem Vergnügen und ich fühle genauer nach. „Wahnsinn, was da passiert. So wunderschön. Es ist so ein leichtes kribbeln, fühlt sich an wie Energie. Diese Finger sind so unglaublich leuchtend…“

„Na prima, die Finger jetzt?! Schau mal eine Etage tiefer! Da wackelt dein Bauch während du läufst. Los jetzt, beeil dich. Zieh die Schlüssel raus und dann ab unter die Dusche. Du musst dich beeilen, wenn du pünktlich sein willst! Die Zeit rennt! In 20 Minuten bist du verabredet! Oh man, jetzt beeil dich doch endlich. Du Lahmarsch.“, fordert die zweite Stimme mit drohender Dunkelheit.

Ok, das hat gesessen. Ich denke an die Termine in der Zukunft, verdränge das Jetzt, hole die Schlüssel raus und gehe nach oben Richtung Dusche…

„Oh wow! Krass! Was ist denn das?“, denkt ein spielerischer, genießender Teil in mir und ich fühle genauer nach. „Wahnsinn, was da passiert. So wunderschön. Es ist so ein leichtes, warmes Kribbeln. Ein bisschen wie eine warme Umarmung…“

„Genau, eine warme Umarmung. Wie soll dich denn Bitte das Duschwasser umarmen? Du spinnst doch. Wenn du mal ein bisschen schlanker wärst, dann hättest du vielleicht auch mal einen Freund. Jemanden, der dich tatsächlich umarmt. Aber für sowas bist du zu dick, seif doch mal deinen Bauch ein, dann merkst du woran du noch arbeiten musst. Zu faul, zu langweilig und zu unwichtig bist du. Und jetzt gleich auch wieder zu spät wegen deiner ganzen Trödelei. Beeil dich oder willst du deine Freunde mit Absicht immer waten lassen?“, raunt die zweite Stimme.

Dann plötzlich, nur eine Millisekunde ist Stille. Ich höre genauer hin. Höre in die Stille hinein…

…Und wache auf.

Diese ganzen Selbstzweifel, diese ganze Einsamkeit, die Unzufriedenheit, dieser Schmerz, das alles kommt aus der Dunkelheit zu mir nach oben. ICH aber leuchte voll Licht, bin strahlend und hell. Mit der ganzen Wärme in mir wird mir plötzlich klar, dass diese Unzufriedenheit nur ein Produkt meiner Gedanken ist. Das ist nicht die Wahrheit. Das alles ist nur Illusion, nur eine Frage der Perspektive. Es ist eine Brille, die ich mir aufgesetzt habe und durch die ich auf die Welt geschaut habe. Eine Brille mit ziemlich, ziemlich dunkelem Glas. Eine Brille, die die Farben der Welt verdunkelt. Der Welt ihr Strahlen und ihr Leuchten nimmt. Das ist die Perspektive des unersättlichen Egos.

Das bin aber nicht Ich. Ich bin nicht die Worte dieser Dunkelheit. Ich bin nicht faul. Ich bin nicht fett. Ich bin auch nicht langsam, unpünktlich oder unwürdig. Ich bin Ich. Und ich trage das Licht der Liebe zurück in meinen Körper hinein. Leuchte jede Ecke damit aus, strahle in die dunkelsten Tiefen hinein und bin voller Neugierde und Forschergeist.

Dieses Mal muss ich nicht nachdenken, muss nicht genauer hinsehen. Dieses Mal spüre ich direkt was passiert. Spüre, wer ich bin. Ich bin das Licht. Bin voll Neugierde, Entdeckergeist und Liebe. Der einzige Wunsch, den ich habe ist Faszination. Ich möchte Forschen, Staunen und Sehen. Möchte die Welt erfahren, wie sie ist. Nicht wie sie genannt wird oder wie sie angeblich heißt. Namen sind nur beschreibende Wörter von Dingen, die ich nicht kenne. Vielleicht heißt es „Blatt“ aber was ist das wirklich? So ein Blatt ist viel mehr als dieses Wort je beschreiben könnte. Die Welt mit all ihren Farben und Formen, Menschen und Geräuschen hilft mir dabei zu Sehen. Mich zu sehen. Ich bin die Welt und die Welt ist Ich. Wir alle sind voll Farbe und Licht.

In dieser Stille spüre ich, dass die zwei Stimmen in mir nicht die gleichen Sprachen sprechen. Sie verstehen einander nicht. Während die eine Stimme lieben und staunen möchte fordert die andere nur nach immer mehr. Die dunkle Stimme bekommt nicht genug – niemals. Diese düstere Stimme des Egos verliert und ist enttäuscht, oder sie gewinnt und enttäuscht andere. Sie bringt aber nichts Gutes. Se trennt mich von den anderen, zieht eine Linie um mich und mein Sein, begrenzt und engt ein. Jetzt aber weiß ich, dass niemals aber der strahlende Teil in mir angegriffen wird. Das Licht in mir spricht eine andere Sprache. Es kennt weder Verlierer noch Gewinner. Es gbt kein Getrennt sein. Wir sind verbunden durch die Wärme und das Strahlen. Wir sind eins und wir sind Teil eines wundervollen, grenzenlosen und völlig verrückten Spieles. Es ist einzig und allein die Illusion des Ego, die verletzbar macht und angreifbar ist. Nicht aber die leuchtende Kraft des Seins. Ich bin so viel mehr als das Ego und wenn es mir mal schlecht geht, dann frage ich einfach die andere, helle Stimme in meinem Kopf:“ Hey Süße, was möchtest du? Was fehlt dir?“

Und sie antwortet: „Frieden und Liebe, bitte. Komm lass uns staunen und lachen.“


Wie kann ich mich mehr für den Moment begeistern?


→ Wie warst Du als Kind? Was hat dich neugierig gemacht? Tue so als würdest du die Dinge und die Welt heute zum ersten Mal sehen. Was begeistert dich?

→ Stell dir vor du bist im Urlaub. Nimm einen tiefen Atemzug Urlaubsluft und entspann dich.

→ Schau was es Schönes um dich herum gibt und mach ein Bild davon. Fotografieren schult den Blick für das Schöne.

→ Was riechst du? Spürst du den Wind an deiner Nasenspitze, wenn du versuchst zu riechen?

→ Welche Geräusche kannst du wahrnehmen? Kannst du die Stille zwischen den Geräuschen hören?

→ Kannst du die Luft um dich herum wahrnehmen? Versuche den Blick von den Gegenständen die du siehst abzuwenden und versuche einmal die Luft anzusehen, hast du das schonmal versucht?

→ Kannst du deine Hände oder andere Teile deines Körpers von innen fühlen? Spürst du vielleicht ein leichtes Kribbeln? Lass das Kribbeln hin und her durch deinen Körper wandern.

→ Entdecke alltägliches neu. Wie spannend kannst du zum Beispiel das Zähneputzen finden? Lasse das Einkaufen zum Abenteuer werden!


Für mehr Inspirationen


Glücklich sein – Wie geht das? Hier erfährst du, was Glück für mich bedeutet.

Mutig sein und Wut rauslassen – Hier erfährst du welche Folgen das für mich hatte.

Oder du schaust hier nach, wie du Schluss machen kannst mit negativen Gedanken.

Schön, dass es dich gibt!

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