Das Märchen vom kleinen Ich

Sind wir nicht viel mehr was wir immer sein wollten? Ich möchte dich einladen offen zu sein für wunderbares und dich auf dieses bezaubernde Märchengedicht einzulassen. Schön, dass es dich gibt.


Das Märchen vom kleinen Ich


Es war einmal ein kleines Ich.

Das wusste viel und dachte sich:

Ach, wenn ich doch nur größer wär, dann würde ich gesehen.

So erreichte es an Größe, doch kein Wunder ward geschehen.

Es war einmal ein großes Ich.

Das wusste viel und dachte sich:

Ach, wenn ich doch nur schöner wär, dann würde ich gesehen.

So wurd es wunderschön, doch kein Wunder ward geschehen.

Es war einmal ein wunderschönes Ich.

Das wusste viel und dachte sich:

Ach, wenn ich doch nur erfolgreicher wäre, dann würde ich gesehen.

So machte es Karriere, doch kein Wunder ward geschehen.

Es war einmal ein sehr erfolgreiches Ich.

Das wusste viel und dachte sich:

Ach, wenn ich doch nur perfekt wäre, dann würde ich endlich gesehen.

So versuchte es krampfhaft perfekt zu sein, doch kein Wunder wollt jemals geschehen.

Jetzt liegt da am Boden ein gebrochenes Ich.

Das weiß nicht weiter – sein Anblick ist fürchterlich.

Anblick?! Ja, ich kann‘s am Boden liegen sehen.

Und diese Tragödie des kleinen Ich ermöglicht, dass Wunder voll Liebe geschehen.

Überall liegen Scherben, zerbrochen der Traum.

Endlich aufgewacht, kann durch die Illusion der Begrenzung schauen.

Alles nur ein Märchen, das kleine Ich war nie echt.

Denn jetzt liegt’s hier gebrochen, aber mir geht’s eigentlich wunderbar.

Nur das kleine Ich tut mir Leid, denn es hat alles versucht,

hat an alles gedacht und hat alles gewusst.

Nur war das kleine Ich nie real, sondern frei nur erdacht.

War ein Konstrukt aus vorbeiziehenden Gedanken gemacht.

Das kleine Ich tut mir Leid – ja ich leide mit dem kleinen Ich.

Jetzt erkenne ich den Schmerz, fühle die Trauer und das Leiden ist weg.

Das kleine Ich nur ein Märchen, alles nur Illusion.

Ein tragischer Sturz, liegt jetzt gerbrochen am Boden.

Jetzt leuchten hell Farben, wie weißes Licht.

Leuchten so hell, fühlen liebevoll dich, dich, dich und mich.

Das kleine Ich wie ein Opfer, von keinem gesehen.

Opferte sich und ließ zu, dass Wunder voll Liebe geschehen.

Kleines Ich, ich danke dir. Bin dankbar, bin weit.

Du hast alles versucht und ich vergebe – und ich verzeih.

Musst nichts weiter wissen, musst nichts weiter denken.

Möchte dir nur von Herzen meine Liebe und Aufmerksamkeit schenken.

Hallo ich bin ich.

2 thoughts on “Das Märchen vom kleinen Ich

  • Liebe Jana,
    ich bin komplett durch Zufall auf deinem Blog gelandet und ganz bezaubert von deinen Worten.
    Vielen Dank dafür!
    Mach weiter so und alles Gute. ♥

    • Liebe Elisa,
      vielen Dank für deinen wunderbaren Kommentar, leider fällt mir das Schreiben gerade sehr schwer und ich finde nicht so recht zurück zu meiner Kreativität. Ich hoffe, dass die Ideen bald zurück kommen.
      Liebe Grüße

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